Eine weitere französische Studie untersucht den Einsatz von Nikotin gegen COVID-19

Januar 16, 2021

Eine weitere Studie, die sich mit der Verwendung von Nikotin als Präventivmaßnahme gegen COVID-19 beschäftigt, wurde in Frankreich gestartet.

Eine frühere Studie, die zwischen März und April in einer großen französischen Universitätsklinik durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, den möglichen Zusammenhang zwischen täglichem Rauchen und der Anfälligkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion zu ermitteln. Die Forscher hatten die Raten der täglichen Raucher unter den COVID-19-infizierten Patienten geschätzt und mit denen der täglichen Raucher in der französischen Allgemeinbevölkerung verglichen, nachdem sie die Daten für Geschlecht und Alter kontrolliert hatten.

Die gesammelten Daten zeigten, dass die Rate der täglichen Raucher unter COVID-19-Patienten bei 5,3 % lag, während die Rate der täglichen Raucher in der französischen Bevölkerung bei 25,4 % lag. Diese Ergebnisse führten die Forscher zu dem Schluss, dass tägliche Raucher im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit haben, eine symptomatische oder schwere SARS-CoV-2-Infektion zu entwickeln.

Unter den hospitalisierten COVID-19-Patienten befinden sich weniger Raucher als Nichtraucher

Im Einklang damit analysierten der renommierte Anti-Raucher-Forscher Dr. Konstantinos Farsalinos und zwei Kollegen im März Daten aus China, wo weithin spekuliert wurde, dass die höheren Hospitalisierungs- und Sterberaten bei chinesischen Männern auf geschlechtsspezifische Unterschiede beim Rauchen zurückzuführen seien. Farsalinos fand jedoch heraus, dass es unter den hospitalisierten COVID-19-Patienten deutlich weniger Raucher gab.

In ähnlicher Weise kam eine andere Auswertung der chinesischen Daten, die im European Journal of Internal Medicine veröffentlicht wurde, zu dem Schluss, dass "aktives Rauchen offenbar nicht signifikant mit einem erhöhten Risiko für das Fortschreiten der schweren Erkrankung bei COVID-19 verbunden ist."

In der Folge tauchten ähnliche Muster aus der ganzen Welt auf. Daten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben gezeigt, dass Raucher nur 1,3 % der analysierten COVID-19-Fälle ausmachten, während die Raucherquote bei Erwachsenen in Amerika bei 13,7 % liegt.

Norwegisches Gesundheitsinstitut entfernt Rauchen als Risikofaktor für Covid

Als Reaktion auf diese Zahlen hatte das norwegische Institut für öffentliche Gesundheit Mitte April das Rauchen als Risikofaktor für schwere Coronavirus-Symptome gestrichen. Währenddessen wurde in Frankreich eine weitere Forschung gestartet, um zu untersuchen, ob Nikotinpflaster eine schützende Rolle gegen COVID-19 spielen könnten.

Eine Studie des weltbekannten Neurobiologen Jean-Pierre Changeux und Prof. Zahir Amoura, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 2, Autoimmun- und Systemerkrankungen des Krankenhauses Pitié-Salpêtrière - AP-HP, war Anfang des Jahres veröffentlicht worden.

Nikotin als vorbeugende Maßnahme

Daraufhin wurde in einer aktuellen Pressemitteilung der Assistance Publique - Hôpitaux de Paris (AP-HP) erklärt, dass Nikotin das Eindringen des Virus und seine Vermehrung in den Zellen hemmt und somit Nikotin eine prophylaktische (vorbeugende) Rolle gegen COVID-19 spielen könnte, und kündigte weitere Forschungen zu diesem Thema an.

Es handelt sich um eine randomisierte, nationale und multizentrische Studie, die doppelblind durchgeführt wird und an der Teams der Assistance Publique - Hôpitaux de Paris, der Universität Sorbonne und des Inserm teilnehmen sollen. Es wird erwartet, dass etwa 1.633 medizinische und nicht-medizinische Pflegekräfte teilnehmen, die in einer Gesundheitseinrichtung arbeiten, Nichtraucher sind (oder ehemalige Raucher, die seit mehr als 12 Monaten mit dem Rauchen aufgehört haben), keine Vorgeschichte mit einer Infektion mit COVID-19 haben und mit Patienten (mit oder ohne das Virus) arbeiten.

Die Forscher werden einem Teil der Teilnehmer über einen Zeitraum von 4 bis 5 Monaten Nikotinpflaster verabreichen und anschließend eine Nachuntersuchung über 6 bis 7 Monate durchführen. Natürlich ist es noch zu früh, um genau festzustellen, wie Nikotin mit dem Coronavirus interagiert. Sollte sich jedoch Nikotin tatsächlich als Schutzfaktor bestätigen, könnten NRTs einschließlich E-Zigaretten eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle dieser Pandemie spielen.



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